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Bayerns Berge für Quergeher

 „Heimattrekking“ als die abgehobene Urlaubsart

Schon das Wort hat Magie: Heimattrekking. Der Münchner Publizist und Fotograf Joachim Chwaszcza hat es erfunden oder besser, es hat sich ihm unterwegs aufgedrängt, war plötzlich da und stark. Wenn man viel wandert (das tut er), neue Wege sucht, und sich dabei Zeit nimmt, das Kopfkino zu betrachten und die Gedanken im Rhythmus der Schritte frei fließen zu lassen, dann kommt oft Verblüffendes dabei heraus. In diesem Fall ein bemerkenswertes Buch und ein neues, von der Masse abgehobenes, Wander-Ferienkonzept für den DAV Summit Club, Bergsteigerschule des Deutschen Alpenvereins.

Eigentuemerversammlung 2009 004

„Heimattrekking – Bayerns Berge für Quergeher“: das ist einerseits ungewöhnlicher, philosophischer, Brücken über die Kontinente und Kulturen schlagender Lesestoff, und das sind andererseits sechs durchgeplante, spannende, interessante Trekking- und Kulturwochen in Bayerns Bergen. Zitat: „Marterl oder Gebetsfahnen, wie eng steht ihr zusammen!“

Vor Risiken und Nebenwirkungen muss nicht gewarnt werden, gerade Letztere sind in diesem Fall allesamt dem Menschen zuträglich. Das Buch birgt nur eine echte Gefahr, die nicht verschwiegen werden soll: wer sich von Joachim Chwaszcza und seinen Co-Autoren Gaby Funk und Georg Mühlbauer literarisch von ihren Lieblingspfaden und Lieblingsplätzen  im heimischen Gebirge erzählen lässt, der will die Wanderungen auch machen. Unbedingt. Möglichst sofort – oder spätestens im nächsten Sommer.

Gebetsfahnen_Weg
Langgries-Garmisch, Garmisch-Schwangau, Füssen-Oberstdorf, Oberstdorf-Hohenstaufen, Starnberg-Zugspitze und die Chiemgauroute – das sind die sechs Bausteine der „Via Alta Bavarica“. In jedem Fall geht es um Wanderrouten, die es wert sind, mit offenen Augen beschritten und angemessen betrachtet zu werden. Ganz im Sinne eines klassischen Trekkings, nur eben vor der eigenen Haustür.

Es geht nie um alpinistische Hochstleistungen oder Kilometer-Rekorde. Der Blick wird auf die schlichten, unscheinbaren Dinge gelenkt. Man nimmt einfach seinen Rucksack und wandert los. Unglaublich, wie neu Altbekanntes daherkommt, wenn man sich wirklich einmal darauf einlässt.

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Das in der „Edition Summit“ erschienene Begleitbuch zum „Heimattrekking“ ist Anleitung bzw. Empfehlung und beinhaltet kreative Vorschläge. Lediglich das. Keine Vorschriften. Keine Gebrauchsanweisung. Kein erhobener Zeigefinger. Da werden Typen beschrieben, denen man begegnen kann, Wirtshäuser empfohlen, die natürlich auch zufällig mal Ruhetag haben können, Kirchen zur Besichtigung freigegeben, bei denen es dann vor Ort und live darauf ankommt, dass man den Meßner mit dem Schlüssel findet (und ist das in Tibet oder Nepal nicht ganz genau so?).

„Heimattrekking- Bayerns Berge für Quergeher“ von Joachim Chwaszcza ist für alle gemacht, die Bayern, Berge, Kultur, gutes Essen und Trekking lieben  – in welcher Reihenfolge auch immer. Mit griffigen Praxistipps und ohne jeglichen Kniebundhosenmief.

Gschwendt Wanderungen 2008 001Das Buch hat 130 Seiten, ist reich und authentisch bebildert. Es kostet (bei kostenfreiem Versand innerhalb Deutschlands)  € 19,70. ISBN: 978-3-9809862-8-1. Bestellungen bei: Edition Summit, Bothmerstraße 14, 80634 München.